klar

Gentechnikgesetz

In der Bundesrepublik Deutschland sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Umgang mit der Gentechnik seit 1990 durch das Gentechnikgesetz mit seinen zugehörigen Verordnungen festgelegt.

Gentechnische Arbeiten und die Anlagen, in denen diese durchgeführt werden, müssen angezeigt, angemeldet oder genehmigt werden. Das Gesetz gibt damit den Möglichkeiten der Gentechnik zur Entwicklung neuer Forschungs- und Produktionsmethoden in den verschiedensten Bereichen einen vorgeschriebenen, aber realisierbaren und rechtlich sicheren Rahmen. Durch die Anordnung und Überprüfung organisatorischer, technischer und personeller Voraussetzungen wird eine sichere Durchführung der Arbeiten gewährleistet.

Die zeitlich begrenzte Veröffentlichung aller Genehmigungsbescheide und der zugehörenden Antragsunterlagen auf der Internetseite der Niedersächsischen Gewerbeaufsichtsverwaltung sichert die Information der Bürger. Auf diese Veröffentlichungen werden die Bürger vorab durch amtliche Bekanntmachungen in den örtlichen Tageszeitungen hingewiesen.

Bekanntmachungen der Gewerbeaufsicht Niedersachsen

Nach dem Gentechnikgesetz (GenTG) ist jeglicher Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen eine gentechnische Arbeit. Hierzu gehören neben der Erzeugung von GVO insbesondere ihre Verwendung, Vermehrung, Lagerung, Zerstörung oder Entsorgung sowie ihr innerbetrieblicher Transport.

Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl an Arbeiten (ohne Berücksichtigung der Sicherheitsstufe), die dem GenTG unterliegen bzw. nicht unter das GenTG fallen:


Arbeit unterliegt dem GenTG Arbeit unterliegt nicht dem GenTG
Transfer von Plasmiden in Organismen Injektion von RNA in Zellen
Klonierung von DNA-Sequenzen in Organismen PCR von DNA-Fragmenten
Gentransfer auf Pflanzen (z.B. Agrobakterien vermittelt)(1) Zellfusion nicht gentechnisch veränderter Pflanzenzellen(1)
Fermentierung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) Aufarbeitung von Enzymen, die aus GVO isoliert wurden
Haltung transgener Tiere(2) (3) Haltung von Versuchstieren(2) (3)
Gentechnische Veränderung von Viren(3) (4) (5) Umgang mit humanpathogenen Viren(4) (5)
Herstellung gentechnisch veränderter Impfstoffe Gentherapie am Menschen
Selbstklonierung bei nicht pathogenen natürlich vorkommenden Organismen*
Mutagenese an nicht gentechnisch veränderten Organismen
in vitro Befruchtung

Die speziall gekennzeichneten Arbeiten können folgenden Vorschriften unterliegen:

(1) Pflanzenbeschauverordnung
(2) Tierschutzgesetz
(3) Tierseuchenerreger-Verordnung
(4) Infektionsschutzgesetz
(5) Biostoffverordnung

In vielen Bereichen von Biotechnologie und Pflanzenzüchtung werden heute zunehmend moderne Verfahren des Genome Editing (z.B. CRISPR/Cas-Technik, TALEN) genutzt. Bei diesen Verfahren werden keine kompletten Gene und Genkonstrukte in die Zellen hineingebracht, sondern mit den neuen Verfahren wird es möglich, gezielt einzelne DNA-Bausteine (Nukleotide) auszuschalten oder umzuschreiben.
Die Verfahren des Genome Editing nutzen natürliche Mechanismen als präzise molekulare Werkzeuge, etwa die Fähigkeit von Zellen, DNA zu reparieren oder aber molekulare Abwehrsysteme, mit denen sich Bakterien gegen feindliche Viren schützen.
Eine Entscheidung, wie diese neuen Techniken in Bezug auf die gesetzliche GVO-Definition einzustufen sind, steht bislang noch aus.

*Zu §3 Nr. 3c Buchstabe c GenTG „Selbstklonierung":

Der Begriff Selbstklonierung, wie er im §3 GenTG definiert ist, bietet rechtlichen Interpretationsspielraum, der abschließend zurzeit nicht geklärt werden kann. Anwendern wird daher empfohlen, ihre zuständige Landesbehörde auch über Vektor-Empfänger Systeme, die lange Zeit und sicher im Gebrauch sind, zu informieren, da in den Systemen Nukleinsäuren von phylogenetisch nicht eng verwandten Spendern kombiniert worden sind, die in den Geltungsbereich des GenTG fallen.

Gentechnische Arbeiten

Gentechnische Arbeit

Weiterführende Links

finden Sie auf der Seite

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln