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Eine Ära geht zu Ende

Sanierungsarbeiten an ehem. Pelzveredelung in Einbeck offiziell beendet


Im Dezember 2013 endete offiziell die Nachsorgepflicht für die ehemalige Pelzveredelung Schmidt-Marco in Einbeck. Das Gewerbeaufsichtsamt Göttingen hatte hier zuletzt noch Maßnahmen zur Sanierung des Bodenschadens durch leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe (PER) durchgeführt und diesen Sommer zum Abschluss gebracht.

Seit den 50er Jahren hatte der stets wachsende Betrieb der Pelzveredelung das Bild des Walkemühlenwegs geprägt. Mit den Achtzigern verzeichnete die ganze Branche einen starken Einbruch, von dem sie sich nie mehr wirklich erholt hat. Die meisten Betriebe in Deutschland wanderten ab. So wurde auch die Produktion der Schmidt-Marco GmbH&Co KG immer mehr in den Osten verlagert.

Durch die schlechte Auftragslage und die geringen Einnahmen kam der Betrieb in Rückstand mit der Entsorgung von chromhaltigen Schlämmen. Dies und ein Brand im April 2001 waren der Grund für das Gewerbeaufsichtsamt Göttingen den Betrieb zu untersagen.

Im Jahr 2005 schließlich gab der Firmengründer auf und meldete Insolvenz an. Fortan hatten sich die Behörden nun allein um das Gelände zu kümmern. Zunächst mussten die gefährlichen Stoffe und beweglichen Gegenstände entfernt werden. Dies lag in der Zuständigkeit des Gewerbeaufsichtsamtes Göttingen, das dabei Hilfe von der Zentralen Unterstützungsstelle in Hildesheim erhielt.

Bei der Bestandsaufnahme entpuppte sich der bislang nicht betretbare Teil als eine wahre Fundgrube an unbekannten Abfällen. Die meisten der über 500 Einzelfässer gingen in die Sondermüllverbrennung. Tonnen von Schlämmen aus dem Schlammfangbecken und diversen Bodenrinnen wurden abgepumpt und der Sondermülldeponierung zugeführt. Die Bergung von Abfällen aus den nicht begehbaren Obergeschossen musste mühsam und erfindungsreich mit Hilfe eines Krans durchgeführt werden. Nachdem sich diese Arbeiten über 3 Jahre hingezogen hatten, waren die Gebäude Ende 2007 schließlich leer und besenrein.

Aufgrund der Vernachlässigung hatte jedoch die Bau­substanz so gelitten, dass die Stadt Einbeck als Behörde für bauliche Sicherheit die maroden Gebäude im Jahr 2008 abreißen ließ. Auch hier musste ein großer Teil des Mauerwerks aufgrund der Verunreinigung mit den Chemikalien, die zur Pelzverarbeitung eingesetzt wurden, einer Sondermüllentsorgung zugeführt werden.

Danach war der Weg frei, den Verunreinigungen im Boden auf den Leib zu rücken. Das Gewerbeaufsichtsamt Göttingen, das hier wieder die Zuständigkeit innehatte, beauftragte einen Gutachter mit entsprechenden Bodenproben. Aufgrund der Ergebnisse wurde zunächst im Jahr 2010 ein Austausch des besonders schadstoffhaltigen Erdreichs durchgeführt. Da sich dennoch erhöhte Werte an chlorierten Kohlenwasserstoffen im Boden finden ließen, wurde noch eine Bodenluftabsaugung angeschlossen. Diese wurde nun im Juli 2013 aufgrund guter Messergebnisse eingestellt und die Sanierung damit beendet.

Somit endet auch die mittlerweile 12-jährige Nachsorgepflicht der Gewerbeaufsicht für die ehemals nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz genehmigungs­bedürftige Anlage. Die Behördenleiterin Frau Schomaker übergab daher in einem symbolischen Akt den Staffelstab der Zuständigkeit an den Landkreis Northeim.

im Jahr 2004

heute

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