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Grüne Gentechnik in Niedersachsen

In der Pflanzenzüchtung bestehen weltweit seit vielen Jahren Bestrebungen Kulturpflanzen zu verbessern.

Ziele sind vor allem:

  • Erzeugung von Resistenzen gegen Krankheiten und Schaderreger, gegen Herbizide sowie gegen extreme Umweltbedingungen
  • Ertragssteigerung und/ oder
  • Veränderungen in der Zusammensetzung von Inhaltsstoffen

Neben gentechnischen Verfahren gewinnen dabei zunehmend auch neue Züchtungstechniken des „Genome Editing", deren rechtliche Einstufung in Europa bislang noch ungeklärt ist, an Bedeutung.

Während in den 90-iger Jahren auch in Niedersachsen Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Kulturpflanzen stattfanden, gibt es seit 2013 in Deutschland keine entsprechenden Anbauflächen mit GVO mehr, da Deutschland von der neuen Ausstiegsklausel Gebrauch gemacht hat. Niedersachsen ist seit kurzem auch Mitglied im europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen.

Weltweit werden gentechnisch veränderte Pflanzen (gv-Pflanzen) auf etwa 180 Millionen Hektar angebaut. Der aktuelle Report der Agro-Biotech-Agentur ISAAA listet im Jahre 2015 elf Länder auf, in denen die mit gentechnisch veränderten Pflanzen bewirtschafteten Flächen eine Million Hektar überstiegen. An der Spitze stehen weiterhin die USA (70,9 Mio. ha) vor Brasilien (44,2), Argentinien (24,5), Indien (11,6), Kanada (11,0), China (3,7) und Paraguay (3,6). Auch Pakistan, Südafrika, Uruguay und Bolivien bauten auf über einer Million Hektar gv-Pflanzen an.

2015

Fläche GVO
(Mio ha)

Anteil
gv-Pflanzen
(in %)

Soja

92,1

83

Baumwolle

24,0

75

Mais

53,6

29

Raps

8,5

24

Daten: ISAAA-Report 2015

Routinemäßige Saatgutkontrolle auf Anteile von gentechnisch veränderten Organismen (GVO)

In Niedersachsen werden in jedem Jahr Proben von konventionellem Saatgut verschiedener Fruchtarten (z.B. Mais, Raps, Zuckerrüben) entnommen, um sicherzustellen, dass sich hierin keine gentechnisch veränderten Anteile finden. Es wird sowohl bei den Anerkennungsstellen als auch im Handel beprobt.

Die Gewerbeaufsichtsämter sind dabei die für den gentechnikrechtlichen Vollzug zuständigen Behörden des Landes Niedersachsen, wobei das Gewerbeaufsichtsamt Göttingen als zentraler Ansprechpartner für alle Beteiligten fungiert und die landesweite Koordinierung der Saatgutkontrolle übernimmt.

Die GVO-Analytik des Saatguts erfolgt auf Grundlage der Amtlichen Methode nach § 28b GenTG G 30.00-2 (Juni 2012) schwerpunktmäßig beim niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie für einzelne Kulturarten bei der Zentralen Unterstützungsstelle beim Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim.

Die Ergebnisse der Saatgutuntersuchung auf GVO werden veröffentlicht unter: Nieders. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
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